Markdorf, Mai 2026 – Hohe Sicherheit und Stabilität, geringes Gewicht, nachhaltige Fertigung und Ausführung – mit diesen Merkmalen setzen die li:on Jugendbikes von Kids Bike Revolution, Markdorf, richtungsweisende Zeichen in der Branche. Maßgeblich tragen dazu deren in zwei Größen verfügbaren Rahmen aus Fibrit bei, einem Polyamid, das mit 40 % recycelten Carbonfasern verstärkt, leicht und selbst recyclingfähig ist. Für deren Fertigung setzt Weber Fibertech, ebenfalls Markdorf, eine modifizierte Form der Wasser-Injektions-Spritzgießtechnik (WIT) ein und kombiniert diese mit seinem patentierten E-LFT-Verfahren sowie der FLEXflow HRS servo-angetriebenen Heißkanaltechnologie von Oerlikon HRSflow. Die WIT stammt von der Weber-Fibertech-Tochter PME fluidtec, Ettenheim, einem weltweit führenden Anbieter von Maschinen und Injektionssystemen für das fluidunterstützte Spritzgießen. KraussMaffei ist Hersteller der auf diese Anwendung abgestimmten Spritzgießmaschine des Typs MX 1600.
Bei der WIT wird das Werkzeug zunächst vollständig mit Schmelze gefüllt. Direkt anschließend trifft ein Wasserstrahl entgegen der Einspritzrichtung auf die noch flüssige Bauteil-Seele und drückt nicht erforderliches Material zurück in den Schmelzevorrat der Spritzgießmaschine. Dies spart Material, ohne die Steifigkeit des Rohrrahmens zu verringern. Es erfordert jedoch eine sehr komplexe Steuerung des Öffnens und Schließens der Einspritzdüsen in beiden Phasen der WIT. Die FLEXflow HRS-Nadelverschluss-Heißkanaltechnologie erfüllt diese Anforderungen und war somit ein Schlüssel für den Erfolg des Projekts.
FLEXflow HRS als Schlüsseltechnologie
Gegenüber dem konventionellen Heißkanal-Spritzgießen bietet die Kombination aus WIT und Heißkanal-Technologie in Verbindung mit der flexiblen Steuereinheit der servoelektrisch betätigten FLEXflow HRS-Systeme entscheidende Vorteile. Sie ermöglicht die unabhängige und präzise Einstellung und Überwachung der Nadelhubpositionen sowie der Bewegungsgeschwindigkeiten aller in ein Werkzeug integrierten Düsen. Dadurch lassen sich die Öffnungs- und Schließzyklen sowie der Schmelzefluss feinfühlig steuern, unterschiedliche Fließwege ausgleichen und Bindenähte gezielt positionieren. Diese Flexibilität besteht sowohl während des Einspritzens in die Kavität hinein als auch während des WIT-spezifischen Zurückdrückens der Schmelze zur direkten Verwendung im darauffolgenden Zyklus. Separate Überlaufkavitäten sind nicht erforderlich, so dass der damit sonst verbundene Materialverlust entfällt.
Für beide Rahmengrößen der li:on Bikes haben sich jeweils vier Anspritzpunkte an der Hinterradgabel als optimal erwiesen. Dort sorgen Düsen der Wa-Reihe von Oerlikon HRSflow, die für mittlere bis hohe Schussgewichte ausgelegt sind, für kurze Einspritzzeiten. Sie sind aus einem hoch verschleißfesten Spezialstahl gefertigt und widerstehen somit auch den Anforderungen bei der Verarbeitung des abrasiven, kohlefaserverstärkten Polyamids.
Dazu Friedbert Schmitt, Geschäftsführer von Weber Fibertech: „Dank der FLEXflow-HRS Heißkanaltechnologie können wir die WIT für die Serienproduktion einsetzen und die leichten Rahmen für die li:on Jugendbikes in Top-Qualität ausliefern. Schon auf den ersten Blick überzeugen diese geschlossenen, mehrdimensionalen Hohlprofile mit ihren perfekten Oberflächen und ihrer Verzugsfreiheit. Trotz unterschiedlicher Fließwege und Querschnitte sind ihre einzelnen Bereiche am Ende des Vorgangs komplett und gleichmäßig gefüllt sowie sicher verschlossen. Die Anforderungen an die Wanddicken sind überall präzise erfüllt. Die Bindenähte sind optimal positioniert, wodurch sich deren Einfluss auf ein Minimum reduziert. Auf diese Weise leisten wir einen maßgeblichen Beitrag zur hohen Gebrauchssicherheit der Produkte.“
Um die Möglichkeiten der FLEXflow-Technologie im Zusammenspiel mit dem WIT-System optimal nutzen zu können, hat HRSflow die Steuerungssoftware anwendungsspezifisch modifiziert. Joachim Scheffer, Key Account Manager bei Oerlikon HRSflow, erklärt dazu: „In gemeinsamer Entwicklungsarbeit mit PME Fluidtec haben wir zunächst die Schnittstelle zum WIT-System eingerichtet und perfektioniert. Anschließend haben wir FLEXflow HRS so programmiert, dass die Schmelzefronten von den vier Anspritzpunkten ausgehend an der Sattelstütze, im Tretlagerbereich und am Rahmenkopf definiert zusammenfließen. Dank der Möglichkeit, die Bewegungen und Positionen der einzelnen Verschlussnadeln präzise zu steuern, konnten wir schließlich auch den zeitlichen Verlauf des Gegendrucks der Schmelze so anpassen, dass die getrennten Schmelzeflüsse in den einzelnen Rahmenteilen gleichmäßiges zurückströmen. Mit herkömmlicher Heißkanaltechnik wäre dieses Vorhaben nicht umsetzbar gewesen.“
Sicherheit und Nachhaltigkeit im Fokus
Die von den ehemaligen Radprofis Tony Martin und Marcel Kittel entwickelten li:on Bikes kombinieren das geringe Gewicht von Aluminiumrahmen mit der hohen Fahrstabilität von Carbonausführungen. Mit drei Ausstattungsvarianten, drei attraktiven Farben und den Rahmengrößen 24″ und 27,5″ setzen sie einen neuen Standard für Kinder- und Jugendfahrräder in Sachen Sicherheit im Verkehr und Nachhaltigkeit.
Dazu Thomas Arimond, Geschäftsführer von li:on-bikes: „Mit der Markteinführung dieser Jugendbikes erfüllen wir zwei wichtige Forderungen: Hervorragende Sichtbarkeit als Sicherheitsmerkmal und Umweltverträglichkeit im Zuge unserer Hersteller-Verantwortung für den ökologischen Fußabdruck unserer Produkte. Die Lackierung in hellen, das Licht reflektierenden Farben und zusätzliche Beleuchtungselemente machen sie besonders auffällig, auch bei schlechten Sichtverhältnissen. Dies trägt dazu bei, die Gesundheit und im Extremfall sogar das Leben der jugendlichen Benutzer zu schützen. Seitens ihrer Herstellung sorgen wir mit diversen Maßnahmen dafür, dass die damit verbundene Umweltbelastung so gering wie möglich bleibt. Wir fertigen alle Komponenten in Deutschland. Das macht die Transportwege kurz. Zudem fertigen wir quasi ,on demand‘. So wird die Zahl unverkaufter Rückläufer minimiert, die sonst entsorgt werden müssten. Die für den Werkstoff Fibrit verwendeten Kohlefasern stammen aus dem Recyclingkreislauf. Das Material selbst lässt sich ebenfalls recyceln und wieder in die Produktion zurückführen. Im Vergleich zu Aluminium weist es in der Herstellung einen deutlich reduzierten CO2-Fußabdruck auf.“
Hilfe bei Entwicklungsprojekten
Um solche Rahmen aus thermoplastisch kosteneffizient verarbeitbarem Kunststoff als Alternative zu den herkömmlichen Alu- und Carbonrahmen im Markt zu etablieren, hat Weber Fibertech den Geschäftsbereich Fi.Bi.Tec (Fiber Bike Technology www.fibitec.com) gegründet. Dieser konzentriert sich auf das wachsende Interesse der Fahrradindustrie an Rahmen „Made in Germany“ und anderen Komponenten. Das Unternehmen unterstützt OEMs von der Machbarkeitsstudie bis zur Großserienproduktion in Deutschland.
Auszeichnung als „Best Kids Bike“
Die Marke li:on bikes erfuhr bereits kurz nach ihrem Marktstart eine bedeutende Branchenauszeichnung. Anlässlich der während der Cyclingworld 2026 – Europas Show für feinste Radkultur – vergebenen Awards wählte sie die Jury zum „Best Kids Bike“. Sie honorierte damit das innovative Konzept der Marke, die sich auf moderne, sichere und nachhaltige Kinderfahrräder spezialisiert hat. Hervorgehoben wurden der Einsatz einer speziellen lichtreflektierenden Lackierung, um junge Radfahrer im Straßenverkehr besser sichtbar zu machen, das besonders sichere Fahrverhalten sowie die Fertigung der Räder unter besonderer Berücksichtigung nachhaltiger Produktionsbedingungen.
Über Oerlikon HRSflow
Oerlikon HRSflow ist ein Teilkonzern der börsennotierten Schweizer Oerlikon-Gruppe. Mit über 1.000 Mitarbeitern ist das Unternehmen weltweit tätig und entwickelt, produziert und vertreibt innovative Heißkanal- und Steuerungssysteme für den Kunststoffspritzguss.
Dank seiner langjährigen Erfahrung realisiert das Unternehmen anspruchsvolle und fortschrittliche Spritzgusslösungen. Das Unternehmen wächst seit Jahren in zahlreichen Branchen, darunter Automobilbau, Logistik, Umwelttechnik, Haushaltsgeräte, Mobilität, Gartenbau, technische Anwendungen, Medizin, Getränkeindustrie, Dünnwandverpackungen sowie Beauty- und Körperpflegeprodukte. Die Produktpalette des Schwesterunternehmens Oerlikon Balzers wurde um Spezialbeschichtungen erweitert.
Ein globales Netzwerk aus drei identisch strukturierten und vernetzten Werken (Hauptsitz in Italien/San Polo di Piave, China/Hangzhou und USA/Byron Center) sowie über 50 Tochtergesellschaften mit Expertenteams, die unsere Kunden auf höchstem technischen Niveau unterstützen, ermöglicht es uns, schnell auf Märkte mit hoher Nachfrage zu reagieren. In diesen Werken können zielgerichtete, kundenspezifische Produkte mit kurzen Vorlaufzeiten hergestellt werden.
Weitere Informationen unter: www.hrsflow.com
Über Weber Fibertech
Weber Fibertech (www.weber-fibertech.com und www.fibitec.com) mit Firmensitz und Produktion in Markdorf am Bodensee ist Experte in der Herstellung und Entwicklung von langfaserverstärkten thermoplastischen Kunststoffteilen. Seit mehr als 25 Jahren entwickelt und fertigt Weber Fibertechsehr leichte Bauteile mit hoher Festigkeit, maximaler Steifigkeit und hervorragenden mechanischen Eigenschaften. Aus der Automobilindustrie kommend, revolutioniert das Unternehmen nun mit seinen neuen Technologien die Fahrradbranche. Dabei rückt vor allem der Spritzguss mit Wasserinjektion in den Fokus. Diese Technologie ermöglicht die automatisierte Herstellung von hohlen, thermoplastischen Strukturbauteilen bei deren Herstellung praktisch kein Abfall anfällt. Weitere Kernkompetenzen von Weber Fibertech sind das Fließpressen, auch mit Einlegern, sowie das Thermoformen. Durch jahrelange Forschungsarbeit bietet Weber Fibertech höchstes technisches Fachwissen von der Machbarkeitsstudie bis hin zur Serienfertigung – alles aus einer Hand.
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